
In einem kleinen Eckhaus in der Curkucuma Straße in Istanbul entsteht das „Museum der Unschuld“ als realer Zwilling zu dem gleichnamigen Roman des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk.
Seit 2009 arbeitet Carlotta Werner als selbstständige Designerin für das Architekturbüro Sunder-Plassmann an der Konzeption, Detaillierung und Realisierung der Ausstellungsgestaltung. In enger Zusammenarbeit mit Orhan Pamuk und der Künstlerin Johanna Sunder-Plassmann entstehen die Exponate des Gesamtkunstwerks “Museum der Unschuld”, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschmelzen.

Weltweit kocht mehr als die Hälfte der Menschheit auf offenen Feuerstellen und verbrennt dabei
täglich 2,5 Millionen Tonnen Holz. Neben ökologischen Auswirkungen hat dies gravierende soziale und gesundheitliche Folgen, denn der Rauch ist hochgiftig. Technische Lösungsansätze für verbesserte Herde scheitern
bisher jedoch häufig an ihrer Nutzerakzeptanz.
Die Diplomarbeit von Carlotta Werner setzt sich mit der Gestaltung von Kochstellen auseinander. Während eines dreimonatigen Aufenthalts im südindischen Pondicherry wurde ein klassischer interdisziplinärer Designprozess erfolgreich auf ein Produktdesign-fremdes Themengebiet übertragen.
Dabei entstanden zwei Produkte: Der Herd “Adupu” ist eine Weiterentwicklung des traditionellen Terrakottaherds für Haushalte und “Kala” eine technische Neuentwicklung eines Großküchenherds. Durch gründliche Kenntnisnahme der südindischen Kochgewohnheiten und ästhetischen Ansprüche konnten die für die Nutzer relevanten Kriterien denen der Nachhaltigkeit gegenübergestellt, diese evaluiert und teils als Kompromisse, teils in Synergien umgesetzt werden. Durch eine zweite Zuluft, eine isolierende Beschichtung und die größere Hitzeaustauschfläche zwischen Topf und Feuer spart Adupu bis zu 60% Brennmaterial, im Vergleich zum traditionellen Terrakottaherd. Der Preis ändert sich dabei nicht. Der Großküchenherd Kala erreicht durch die Kombination von zwei Verbrennungsprinzipien eine Brennstoffreduktion von 45% und bringt 75 l Wasser, im Gegensatz zu der traditionellen offenen Feuerstelle, in 34 min statt in 134 min zum Kochen.
Die Prototypen wurden mit den örtlichen Herstellern entwickelt und von indischen Hausfrauen und Köchen auf ihre Erscheinung und Funktionalität positiv bewertet, um eine größtmögliche Nutzerakzeptanz zu garantieren.
Das Diplom entstand in Zusammenarbeit mit der HERA Abteilung der GTZ (Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, jetzt GIZ) und mit dem in Pondicherry ansässigen internationalen Ingenieurbüro Prakti Design Lab.

Auf Einladung der Bezirksregierung im ostchinesischen Ningbo erhielt ein Team von fünf Weimarer Studenten den Auftrag für die World Industrial Design Fair Ningbo und die Creative Industry Exposition in Hangzhou einen Messeauftritt über den Studiengang Produktdesign der Bauhaus-Universität Weimar zu gestalten. Der 90 qm große Messestand sollte chinesische Designer und Studenten über das aktuelle Weimarer Lehrmodell, das historische Bauhaus und aktuelles deutsches Design informieren.
Das dabei entstandene heterogene Gesamtbild des Standes lud auf eine Entdeckungsreise der unterschiedlichen Themen ein. In den von Carlotta Werner gestalteten Bereich für das historische Bauhaus wurde der Besucher durch einen engen, Scheuklappen-ähnlichen „Kopfschlauch“ geführt, um die doktrinäre Enge der Lehre zu zeigen. Dieser führt in die gleißend helle „Bauhaus-Kathedrale“ mit ihren drei Grundformen und -farben.
Das Team war mit der gesamten Abwicklung des Projekts, vom Konzept, Gestaltung und Planung bis zum Aufbau vor Ort und der Standbetreuung, betraut.

Zusammen mit Philipp Böhm entwickelte Carlotta Werner „e.Concrete“, ein System zur Elektrifizierung von Flächen in Gebäuden. „e.Concrete“ bietet einen flexiblen Zugang zu Strom, ohne dass im Vorhinein Stromleitungen und entsprechende Ausgänge geplant werden müssen. Das in die Wand integrierte Versorgungsnetz kann durch eine einfache Bohrung und einen entsprechenden Dübel “angezapft” werden und bietet daher maximale Flexibilität in der Nutzung bei einem Minimum an Beschädigung des Baubestands.
Zu dieser neuartigen Stromversorgung entstanden außerdem drei Leuchtenentwürfe.
Seit der Patentierung betreiben beide die Verfeinerungen der Prototypen zu einem marktreifen Produkt.

Der patentierte Equilibrium Dialyzer ist ein neuartiges Analyseprodukt für die schnelle und praktische Probendialyse in pharmazeutischen Laboren.
In Zusammenarbeit mit den Gründern des Unternehmens Scienova GmbH wurde das Produkt konzipiert und gestaltet. Dies bedeutete eine intensive Auseinandersetzung mit den Anforderungen und Abläufen in Chemielaboren sowie den betriebswirtschaftlichen Ansprüchen der Produktherstellung.
Der Equilibrium Dialyzer besteht aus zwei Kunststoffhälften, zwischen die eine Membran gelegt wird. Die einzelnen Kartuschen werden auf einer Edelstahlplatte eingeklickt, wodurch 96 Proben gleichzeitig bearbeitet werden können.
Die Modelle und das Konzept wurden auf der Messe Analytica 2008 erfolgreich präsentiert.


Im Januar 2010 schloss sie ihr Produktdesignstudium mit dem Diplom an der Bauhaus-Universität Weimar ab. Während ihres Studiums konnte sie durch Projekte im In- und Ausland und ein Praktikum im Büro Nicola Stattmann vielfältige Erfahrungen im Bereich Produktdesign sammeln.
Ihr Diplom entstand während eines dreimonatigen Aufenthalts im südindischen
Pondicherry in Kooperation mit der gtz (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) und dem indischen Ingenieurbüro Prakti Design Lab.
Zusammen mit Philipp Böhm bildet Carlotta Werner e.Concrete. Die beiden Produktdesigner entwickelten ein System zur Elektrifizierung von Flächen in Gebäuden. Seit der Patentierung betreiben beide die Verfeinerungen der Prototypen zu einem marktreifen Produkt.
Neben dem Thüringer Ideenwettbewerb 2007, dem STI Packaging Design Award, sowie dem internationalen Architektur- und Designwettbewerb Plastic Opacity, gewann sie mit ihrer Diplomarbeit eine Anerkennung beim Bayrischen Staatspreises für Nachwuchsdesigner 2010.
Zur Zeit arbeitet Carlotta Werner für das Architekturbüro Sunder-Plassmann in Istanbul. Zusammen mit der Künstlerin Johanna Sunder-Plassmann hat sie die künstlerische Leitung für die Ausstellung des “Museums der Unschuld” von Orhan Pamuk.
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